Freitag. 7 Uhr morgens. Ich bin bei einem Frühstück in einem schicken Hotel, zwischen Unternehmerinnen und Unternehmern aus den unterschiedlichsten Branchen – alle mit einer einzigen Mission: Empfehlungen generieren, Vertrauensbonus absahnen.
Ein Pitch bei diesem Frühstück brachte mir mehrere Kunden, Empfehlungspartner und Einladungen. Dabei war ich nur Gast. Gast beim BNI-Chapter in Trier, Augusta Treverorum, mit 40 BNI-lern. Ich habe auch das Chapter in Saarburg, Am Wasserfall, sowie zwei Online-Treffen besucht.
Als Pitch-Trainerin habe ich die Pitches analysiert und das Geheimnis der Selbstvorstellung für erfolgreiches Empfehlungsmarketing extrahiert. Und genau dieses Wissen bekommst du hier.
Dieser Leitfaden ist für dich, wenn du:
- neu bei BNI bist und vom ersten Treffen an Empfehlungen generieren willst,
- bereits Mitglied bist, aber das Gefühl hast, dass dein Pitch noch nicht die Empfehlungen bringst, die er könnte,
- ein erfahrenes Chapter-Mitglied bist, das nicht nur mehr, sondern endlich die richtigen Empfehlungen bekommen will,
- BNI als System nutzen willst – inklusive 1:1-Gespräche und Social Media.
- neue Mitglieder für dein Chapter gewinnen willst
Was ist BNI und warum ist dieses Frühstückstreffen ein gutes Investment?
BNI: Business Network International
BNI steht für Business Network International und ist das größte Empfehlungsnetzwerk der Welt. Gegründet 1985 von Ivan Misner in den USA, ist BNI heute in über 70 Ländern aktiv – mit mehr als 300.000 Mitgliedern weltweit.
Aber was macht BNI so besonders, und warum lohnt es sich, früh morgens aufzustehen?
Der Unterschied zu einem normalen Networking-Event liegt im System. BNI ist kein zufälliges Kartentauschen beim Kaffee. Es ist ein strukturiertes, wöchentliches Empfehlungsnetzwerk, das auf einer einzigen, kraftvollen Idee basiert.

Das Prinzip hinter dem Unternehmernetzwerk BNI
Das Motto des BNI: Wer gibt, gewinnt
Das Herzstück von BNI ist das Motto „Givers Gain“ – auf Deutsch: Wer gibt, gewinnt. Der Gedanke dahinter ist simpel: Wenn ich dir Geschäft bringe, wirst du mir Geschäft bringen. Nicht aus Pflicht, sondern weil ein Netzwerk, das auf gegenseitigem Geben aufgebaut ist, für alle funktioniert.
Das bedeutet in der Praxis:
- Du empfiehlst aktiv die Dienstleistungen deiner Chapter-Kolleg:innen an dein Netzwerk.
- Deine Kolleg:innen empfehlen dich an ihr Netzwerk.
- Mit der Zeit entsteht ein Vertrauensverhältnis, das weit über oberflächliches Networking hinausgeht.
Kein Pitch, kein Auftritt, keine Anwesenheit – nichts davon funktioniert langfristig ohne dieses Grundprinzip im Hinterkopf. Wer nur nimmt und nicht gibt, wird schnell merken, dass die Empfehlungen ausbleiben. Doch bevor du geben kannst, musst du verstehen, in welchem Rahmen das alles stattfindet.
Was sind Chapter und wie funktionieren sie?
Ein Chapter ist deine lokale BNI-Gruppe. Stell es dir wie dein Heimteam vor: eine feste Gruppe von Unternehmer:innen aus verschiedenen Branchen, die sich regelmäßig trifft, um Empfehlungen auszutauschen. Dein Vorteil: Pro Branche ist immer nur eine Person im Chapter vertreten. Du bist Steuerberater? Dann bist du der einzige Steuerberater in deiner Gruppe. Das eliminiert internen Wettbewerb und schafft echte Kooperation.
Ein Chapter besteht typischerweise aus 20 bis 50 Mitgliedern. Je größer das Chapter, desto mehr potenzielle Empfehlungsquellen, aber auch desto mehr Aufwand, alle Mitglieder wirklich zu kennen. Die Mitgliedschaft in einem Chapter ist kein Freizeitvergnügen, sondern eine unternehmerische Investition. Und wie bei jeder Investition gilt: Was du reinsteckst, bestimmt, was du rausbekommst. Und damit das funktioniert, gibt es klare Strukturen – auch beim Thema Treffen.
Welche Netzwerktreffen gibt es und warum so viele Formate?
BNI ist nicht nur das eine wöchentliche Meeting. Wer das Beste aus der Mitgliedschaft herausholen will, kennt alle Formate:
- Wöchentliches Chapter-Meeting: Das Herzstück. Hier werden Pitches gehalten, Empfehlungen übergeben, Gäste vorgestellt und das Netzwerk lebendig gehalten.
- 1:1-Meetings (One-to-One): Persönliche Gespräche zwischen zwei Chapter-Mitgliedern außerhalb der Treffen. Hier entstehen echte Verbindungen und gezielte Empfehlungen.
- Visitor Days / Gasttage: Offene Treffen, zu denen Mitglieder potenzielle neue Mitglieder einladen. Als Bestandsmitglied ist das deine Chance, dein Chapter wachsen zu lassen.
- Regional- und Nationalveranstaltungen: Größere Events, bei denen du Mitglieder aus anderen Chaptern kennenlernst – ideal für überregionale Empfehlungen.
- Leadership-Meetings: Für Mitglieder in Führungsrollen im Chapter, z.B. als Präsident:in oder Vizepräsident:in.
Das klingt nach viel. Aber wer die Struktur versteht und nutzt, hat einen klaren Vorsprung gegenüber den Mitgliedern, die einfach wöchentlich erscheinen und hoffen, dass sich irgendwas ergibt. Jetzt schauen wir uns genauer an, wie so ein Treffen wirklich abläuft und wann die Pitches stattfinden.

So läuft ein BNI-Treffen ab – online und vor Ort
Egal, ob du dich einwählst oder im Meetingraum sitzt: BNI-Treffen folgen immer einer klaren Agenda. Das ist kein Zufall. Die Struktur sorgt dafür, dass die Zeit aller Beteiligten respektiert wird und das Treffen effizient bleibt.
BNI-Treffen sind professionell, aber wohlwollend. Niemand wartet darauf, dass du stolperst. Alle wollen, dass du erfolgreich pitchst, weil das dem gesamten Chapter nützt.
Ein typisches Chapter-Meeting dauert 60 bis 90 Minuten und läuft in etwa so ab:
- Begrüßung und Eröffnung durch die Präsident:in des Chapters
- Vorstellung der Gäste
- 60-Sekunden-Pitches aller Mitglieder (manchmal rotierend mit 30-Sekunden-Versionen)
- Feature-Präsentation eines Mitglieds (der sogenannte „10-Minuten-Slot")
- Übergabe von Empfehlungen und Vielen Dank (Testimonials)
- Abschluss und Networking
Vor Ort: Du kommst, nimmst dir einen Kaffee, machst Small Talk, setzt dich, pitchst, empfiehlst und gehst danach gestärkt raus. Die Atmosphäre ist professionell, aber herzlich.
Online: Gleiches Prinzip, andere Energie. Achte auf gute Beleuchtung, ein ordentliches Hintergrundbild und ein funktionierendes Mikrofon. Mikrofon erst anschalten, wenn du dran bist. Wer online wirr klingt oder schlecht zu sehen ist, verliert Punkte – auch wenn niemand das laut sagt. Online gilt:
Das Wissen über den Ablauf gibt dir Sicherheit. Aber Sicherheit allein reicht nicht – vor allem nicht, wenn du zum ersten Mal dabei bist.
7 Tipps für Gäste und Neulinge - Was du wissen musst, bevor du reingehst
Dein erstes BNI-Treffen kann überwältigend sein. Viele Gesichter, viele Pitches, viele Abläufe – und du mittendrin. Hier sind die wichtigsten Dinge, die du von Anfang an richtig machen kannst.
TIPP: Fülle dein Profil auf BNI Connect vollständig aus
Die Online-Plattform unter bniconnectglobal.com ist nur für Mitglieder zugänglich. Dort können sie nach spannenden Netzwerkpartner:innen suchen und 1:1-Gespräche vereinbaren, um ihr Empfehlungmarketing zu stärken.
Am Tag des Networkings:
- Komm früh. Nicht pünktlich – früh. Die Zeit vor dem Treffen ist Gold wert für erste Gespräche.
- Bring Visitenkarten. Mehr als du denkst. Du wirst gefragt werden.
- Halte einen Pitch: Klar und empfehlbar.
- Hör aktiv zu. Beim ersten Treffen lernst du mehr durch Zuhören als durch Reden.
- Stell dich vor, aber dränge dich nicht auf. Zeig Interesse an den anderen, frag nach ihrer Arbeit, bevor du deine eigene beschreibst.
- Mach dir Notizen. Namen, Branchen, besondere Bedürfnisse. Das hilft dir später beim Empfehlen.
- Sei geduldig. Vielleicht kommen die Empfehlungen nicht nach dem ersten Treffen. Vertrauen braucht Zeit.
Der häufigste Fehler von Neulingen: Sie denken, sie müssen sofort verkaufen. Das genaue Gegenteil ist richtig. Wer zuhört, beobachtet und sich aufrichtig für andere interessiert, baut schneller Vertrauen auf als jede perfekte Selbstpräsentation.
Weitere Tipps für erfolgreiche Selbstvorstellungen auf Netzwerkevents findest du in meinem Blogartikel: Netzwerken lernen und Business ausbauen | 20 Tipps.
Der BNI-Pitch: Das Werkzeug für lukratives Empfehlungsmarketing
Was ist der BNI-Pitch?
Ein BNI-Pitch ist eine kurze Selbstvorstellung innerhalb eines BNI-Netzwerktreffens mit dem Ziel, Empfehlungen zu erhalten.
Im BNI ist der Pitch dein wichtigstes Werkzeug. Du hast jede Woche die Chance, vor einer Gruppe von Unternehmer:innen zu sprechen, die alle ein aktives Netzwerk haben, und die aktiv nach Gelegenheiten suchen, dir Empfehlungen zu geben.
Vorsicht! Pitche nie die Anwesenden selbst.
Sie sind dafür da, um dich zu empfehlen, nicht um direkt bei dir zu kaufen. Obwohl das auch vorkommen kann, wenn du überzeugst.
BNI-Gäste und Neulinge bereiten sich lange auf den perfekten Pitch vor. BNI-Experten, die seit Jahren Mitglied sind, haben dagegen ein anderes Problem. Sie haben zwar eine selbstbewusste Körperhaltung, eine Stimme, die bis in die hinterste Ecke des Raumes dringt, und eine Kleidung in auffälligen Markenfarben. Laut BNI-Regeln gibt es noch nicht einmal Konkurrenz. Was kann da noch schiefgehen? Ganz einfach. Wenn du jede Woche vor den gleichen Menschen den gleichen Pitch bringst, langweilst du deine Empfehlungspartner. Keiner hat Lust, dich zu empfehlen.
Merke
Du kannst niemanden dazu bringen, dich zu empfehlen, indem du ihn langweilst.
Nur wiederholbar gute Pitches machen dich empfehlbar.
Lies deshalb meine Beispiele und Tipps gründlich, selbst wenn du im Netzwerken erfahren bist.
Diese Pitch-Formate solltest du beherrschen – aber wann welches?
Bevor ich dir Pitch-Beispiele zeige, lass uns die Formate kennenlernen. Je nach Treffen und Chapter gibt es unterschiedliche Zeitrahmen. Informiere dich vorab, wie lang dein Pitch sein darf.
- Einsatz-Pitch (10–15 Sekunden): Wird manchmal beim Networking oder beim Vorstellen genutzt. Ultra-kompakt: Wer bist du, was machst du, wem soll man dich empfehlen?
- 30-Sekunden-Pitch: Die kurze Version. Perfekt für Treffen mit vielen Mitgliedern oder als Teaser. Jedes Wort muss sitzen.
- 60-Sekunden-Pitch: Oft auch Elevator Pitch genannt. Hier hast du etwas mehr Raum. Nutze ihn für eine konkrete Geschichte oder eine kurze Erfolgsgeschichte als Beispiel.
TIPP: Informiere dich über das Pitch-Format vorab
Wenn du Gast in einem anderen Chapter bist, informiere dich vorab, wie lang dort der Pitch sein darf.
INFO: Zeit wird überwacht
Eine Person überwacht beim Treffen die Zeit. Wenn du deine 30 oder 60 Sekunden überschreitest, bekommst du ein akustisches oder visuelles Signal. Sprich deinen Satz dann zu Ende, aber überziehe die Zeit nicht maßlos. Das wirkt unprofessionell.

Der Aufbau eines viralen Empfehlungspitchs
Das Ziel ist immer dasselbe: Du willst, dass deine Kolleg:innen nach dem Pitch wissen, für wen sie dich empfehlen sollen und warum jetzt. Vage Aussagen wie „Ich bin für alle da" funktionieren nicht. Benenne deine Wunschkunden so genau wie möglich.
Hier sind zwei Formeln, an die du dich halten kannst.
Formel 1 – 30-Sekunden-Pitch
- Vorstellung
- Problem der Zielgruppe + Konsequenzen
- Lösung + Ergebnis
- Empfelungsbitte
- (Vorstellung + Anker)
Formel 2 – Elevator Pitch für 60 Sekunden
- Hook
- Problem der Zielgruppe + Konsequenzen
- Vorstellung
- Lösung + Ergebnis
- Empfelungsbitte
- Vorstellung +Anker
Mit diesem Anker hackst du dich ins Langzeitgedächtnis deiner Zuhörer:innen
Der Anker am Ende eines Pitches ist so etwas wie ein persönlicher Slogan. Er ist das Einzige im Pitch, das sich nie ändert. Hook, Zielgruppe, Beispiel – alles rotiert. Der Anker bleibt. Er ist deine Unterschrift. Wiederhole ihn bei jedem Pitch.
ANKER
„[Name] – [Kernaussage oder Nutzenversprechen in 5–8 Wörtern].“
Beipiele:
- Steuerberater: „[Name] – weniger Steuern, mehr Zukunft“.
- Orthopädin: „[Name] – wer schmerzfrei ist, denkt nicht ans Aufhören.“
- Maklerin: „[Name] – die richtige Immobilie zur richtigen Zeit.“
Mit diesem Detail bekommst du nur noch Empfehlungen, die wirklich passen
Damit du nicht den ganzen Tag damit verbringst, unpassende Empfehlungen auszusortieren, musst du deine Wunschkund:innen nicht nur genau benennen können, sondern auch sagen können, wo sie in ihrer Entwicklungsreise stehen und warum sie dich ausgerechnet jetzt brauchen.
Je konkreter du deinen Kundentyp beschreibst, desto schneller schießt im Kopf deiner Zuhörer:innen ein Name hoch.
- Nicht „Selbstständige“, sondern „Selbstständige, die gerade ihre erste GmbH gegründet haben.“
- Nicht „Unternehmen mit Marketingproblemen“, sondern „Inhabergeführte Onlineshops mit mehr als 10.000 Besucher:innen pro Monat, die kaum Verkäufe erzielen.“
TIPP: Bitte, dich mit einer bestimmten Person zu vernetzen
Wenn du eine ganz bestimmte Person im Kopf hast, die du kontaktieren möchtest, z.B. von einem Buchverlag, in dem du publizieren möchtest, oder den Geschäftsführer einer bestimmten Bank, dann füge das in deinen Pitch so ein:
- „Ich suche einen Kontakt zum XY Verlag“
- oder noch konkreter: „Kann mich jemand Frau XY vom XY Verlag vorstellen?“
Wie nutze ich Zahlen im Pitch, ohne wie ein Werbeprospekt zu klingen?
Zahlen wirken, aber nur, wenn sie überraschen oder Schmerz sichtbar machen. Nicht: „Ich habe 15 Jahre Erfahrung.“ Sondern: „7 von 10 meiner Kund:innen kommen mit einem Problem zu mir, das sie schon zwei Jahre mit sich tragen.“ Der Unterschied: Die erste Zahl dreht sich um dich. Die zweite dreht sich um den Schmerz der Zielgruppe. Zahlen über den Kundennutzen schlagen Zahlen über dich immer.
Der Ein-Satz-Pitch
Dieser Satz ist vielleicht der mächtigste und der am häufigsten genannte Pitch. Streng genommen ist er kein Pitch, weil die Handlungsaufforderung, der Call to Action, fehlt, aber schwimmen wir mal mit dem Strom und nennen ihn so.
Du brauchst ihn, wenn:
- du möchtest die Zeit vor dem BNI-Frühstück nutzen, um kurz mit neuen Mitgliedern zu sprechen oder Gäste zu begrüßen.
- du als Gast zu einem Online-Chapter eingeladen wirst. Dort dürfen sich die Gäste im Plenum nur ganz kurz vorstellen. Danach folgen Breakout-Sessions und du kannst dich vor ein paar Leuten ausführlicher präsentieren.
Es muss nicht streng genommen ein Satz sein. Der Pitch sollte nur nicht länger als 10 Sekunden dauern. Halte dich an diese Struktur.
EIN-SATZ-PITCH
Ich bin [Name] von [Firma]. Ich helfe [Zielgruppe], [Ergebnis] zu erreichen.
Beispiele:
- Ich bin Maxima Mustermann. Ich schreibe Förderanträge für KMUs, die ihre Mitarbeiter kostenfrei schulen wollen, z.B. in Digitalisierung.
- Ich bin Max Mustermann von Musterfirma. Kennst du Führungskräfte, die ihr Team nicht mehr motiviert bekommen? Genau denen helfe ich, wieder die Person zu werden, der alle gern folgen.
- Ich bin Max Mustermann von Musterfirma. Ich helfe Menschen, die ihr Haus verkaufen wollen, ohne monatelang auf den richtigen Käufer zu warten – im Schnitt in unter 6 Wochen.
30-Sekunden-Pitch - am Beispiel einer Kundenerfolgsgeschichte
Statt über dich und deine Leistungen zu reden, erzählst du von einem echten Kundenproblem und wie du es gelöst hast. Falls dir das Erstellen eines kurzen Pitches schwerfällt, kannst du auf KI zurückgreifen.
TIPP: Lass dir von der KI bei deinem Pitch helfen
Du kannst erst einmal deinen Pitch frei in ein Word-Dokument tippen und dann in eine KI kopieren mit dem Prompt „Schreibe daraus einen 30-Sekunden-BNI-Pitch.“ Du musst das Ergebnis der KI noch überarbeiten, aber dann hast du wenigstens einen Startpunkt.
Hier ist das Beispiel, das ich mit einer Kundin erstellt habe. Ich habe den Namen aus Datenschutzgründen geändert. Aber wenn dir die Dienstleistung zusagt, stelle ich gern einen Kontakt her.
Hier ist ihr 40 Sekunden BNI Pitch:
Pitch-Baustein | Pitch |
|---|---|
Vorher-Nachher-Transformation | Neulich sagte mir ein Unternehmer: „Ich würde mein Team gern weiterbilden, aber das können wir uns einfach nicht leisten.“ Heute hat genau dieses Team drei zertifizierte Weiterbildungen abgeschlossen – komplett gefördert. |
Wer ich bin + Was ich mache | Ich bin Maxima Mustermann von Musterfirma. Ich helfe Unternehmen, den Wandel in der Arbeitswelt zu verstehen und zu nutzen. Ich kläre auf, welche Förderungen es gibt, und übernehme die Anträge. |
Beweis in Zahlen | So konnten sich schon über 120 Kunden kostenfrei weiterbilden. |
Empfehlungsbitte | Wenn ihr Handwerksbetriebe kennt, die glauben, Weiterbildung sei zu teuer, gebt ihnen meine Karte. |
Vorstellung mit Anker | Ich bin Maxima Mustermann von Musterfirma – ich zeige, wie sich jeder Weiterbildung leisten kann. |
Meine Kundin hat sich einen glänzenden Sektkühler, der einen Fördertopf darstellen soll, geholt. Aus ihm zieht sie dann Geldscheine heraus. Der Fördertopf ist zu ihrem Markensymbol geworden, und sie setzt ihn auch auf ihrem Flyer ein.
TIPP: Nutz deinen BNI-Pitch für dein Marketing
Dein BNI-Pitch lässt sich wunderbar auf Marketingmaterialien wie LinkedIn-Profil, Flyer oder Website übertragen.
Beispiel: Mein eigener BNI-Pitch
Mein Pitch war für 40 Sekunden ausgelegt. Er hat mir viel Kritik im Netz, aber auch Empfehlungen gebracht hat:
Pitch-Baustein | Verbale Kommunikation | Nonverbale Kommunikation |
|---|---|---|
Hook | Kennen Sie den Film „Ocean’s Eleven“, in dem George Clooney einen Casino-Tresor ausraubt? | Anwesende angucken und denen zunicken, die lächeln und nicken. Eine kurze Pause anlegen, damit der Energieaustausch zwischen mir und dem Publikum wirken kann. |
| Es gibt zwei Methoden, etwas zu verkaufen. | Zwei Finger hochhalten und dann jeden Finger einzeln nochmal betonen |
Vorstellung + Glaubenssatz | Ich bin Katharina Boguslawski, eine Pitch-Insiderin. | Lockere und offene Körperhaltung. Freundlicher Gesichtsausdruck. Der Name wird langsam und klar ausgesprochen. |
Lösung | Deshalb helfe ich Unternehmern, hochpreisige Projekte vor Kunden zu präsentieren. Sodass ihre Kunden für sie den roten Teppich ausrollen und sie wie VIPs zum Tresor führen. | Augenkontakt und Blick langsam schweifen lassen, damit sich die Menschen angesprochen fühlen. |
Empfehlungsbitte | Ich suche Kontakte zu mittelständischen Unternehmen aus der Tech-Branche, die Projekte im sechsstelligen Betrag gewinnen möchten. | Tech-Branche betonen. |
Vorstellung + Anker | Ich bin Katharina Boguslawski von Pitch Insider - verkaufsstark ohne Manipulationen. | Einladend lächeln. |
Warum wurde dieser Pitch auf LinkedIn so kontrovers diskutiert?
Weil er durch den Einstieg mit dem Film nicht alle abholt. Es gibt einfach Menschen, die ihn nicht gesehen haben. Deswegen beschreibe ich im zweiten Satz, was darin passiert. So kann jeder dem Pitch trotzdem folgen.
Viele BNI-Mitglieder haben gelacht und vergnügt genickt, als ich gefragt habe, ob sie den Film Ocean’s Eleven kennen. Das war mir aus mehreren Gründen wichtig:
- Ich öffne einen Curiosity Gap. Die Menschen werden neugierig, was diese Frage denn mit meiner Vorstellung zu tun hat. Sie fragen sich, wie ich die Überleitung hinbekomme. So werden alle wach und hören mir gespannt zu.
- Ich lenke die Aufmerksamkeit von mir auf die Zuhörer:innen. Das brauche ich, um meine Nervosität zu mindern. Es ist sehr unangenehm, wenn dich so viele Menschen anstarren.
- Ich erzeuge eine energetische Verbindung zwischen uns. Ich lache. Sie lachen. Das verbindet uns.
- Dieser Einstieg nutzt die Ankertechnik, mit der du deine Information an eine positive Erinnerung im Gedächtnis des anderen koppelst. So wirst du länger erinnert und empfohlen.
- Es entsteht ein Bild im Kopf vom Tresor, Geld oder Gold. Und Bilder bleiben länger im Kopf hängen als Worte. Ein Mann, der eine Bank repräsentiert hat, hat das Wort Tresor aus meinem Pitch spontan in seinen eigenen eingebaut und nochmal auf meinen Pitch verwiesen. So habe ich ein zweites Mal Aufmerksamkeit bekommen.
Du kannst dir bestimmt vorstellen, dass mein stärkster Empfehlungspartner ein Filmstudio geworden ist und wir jetzt gemeinsam Video Pitches anbieten. Ich schreibe den Pitch mit den Kund:innen. Die Jungs vom Filmstudio drehen und produzieren in Premium-Qualität. Gern kannst du mit mir unverbindlich über deinen Video-Pitch für deine Website oder deinen Social-Media-Kanal sprechen.
Mit einem Gegenstand pitchen – Gimmick oder Gamechanger?
Ich habe dir oben schon von meiner Kundin erzählt, die einen Sektkühler verwendet, um einen Fördertopf zu symbolisieren.
Wenn du etwas zeigst, aktivierst du einen zusätzlichen Sinn. Erinnerungspsychologisch ist das Gold wert. Ganz besonders, wenn du einen Gegenstand hast, der deine Marke widerspiegelt.
Mögliche Einsätze:
- Du bist Buchhalterin? Zeig eine Steuererklärung mit dem Stempel „Fertig“ und erzähl, was dahinter steckt.
- Du bist Coach? Halt ein leeres Notizbuch hoch und frag: „Was wäre dein erstes Ziel, wenn du wüsstest, dass es klappt?“
- Du bist Handwerker? Bring ein Vorher-nachher-Foto oder ein kleines Teil deiner Arbeit mit.
Der Gegenstand muss nicht spektakulär sein. Er muss Neugier wecken und deine Botschaft verankern. Wer einen Gegenstand zeigt, bleibt länger in Erinnerung als wer nur redet. Und jetzt lass uns ansehen, wie das alles in der Praxis klingt.
5 Beispiel-Pitches, die im Chapter für Empfehlungen sorgen
Hier kommen fünf Beispiele für starke BNI-Pitches aus verschiedenen Branchen: Steuerberater, Webdesigner, Physiotherapeutin, Fotografin, Versicherungsmaklerin. Lass dich inspirieren und dann schreib deinen eigenen.

1. Pitch für Steuerberater
„7 von 10 Unternehmen zahlen jährlich zu viel Steuern. Und merken es nicht.
Das Geld, das dabei verloren geht? Es fehlt bei Investitionen, bei neuen Mitarbeitenden, bei Technologien, während die Konkurrenz weiterzieht.
Ich bin Max Mustermann von Musterfirma. Ich helfe Handwerksbetrieben und Arztpraxen, legal mehr zu behalten, ohne dass sie selbst einen einzigen Paragrafen verstehen müssen.
Diese Woche suche ich Unternehmensberater, die Handwerksbetriebe oder Arztpraxen in der Region begleiten. Wer jemanden kennt – ich freue mich über eine direkte Verbindung.
Max Mustermann von Musterfirma.“

2. Pitch für Webdesigner
„'Alle sagen, meine Website sieht gut aus, aber sie bringt mir keine Aufträge.'
Das hatte mir eine Kundin anvertraut. Sechs Wochen später hatte sie dreimal so viele Anfragen. Sie hatte nichts anderes geändert – nur die Website.
Ich bin Max Mustermann. Ich designe nicht nur hübsche Websites. Ich designe Websites, die verkaufen – und die rund um die Uhr als stille Mitarbeiterin im Sales-Team 24/7 arbeiten.
Ich suche den Kontakt zu Selbstständigen, die gerade ein neues Angebot launchen, ihr Businessmodell umbauen oder mitten im Rebranding stecken.
Max Mustermann – verkaufe mit deiner Website.“

3. Pitch für Physiotherapeutin
(Steht langsam auf. Stöhnt, hält sich mit schmerzverzerrtem Gesicht am Rücken fest.)
„Kennt ihr das?
(Richtet sich auf, lächelt.)
Genau das hören meine Kunden jeden Morgen von ihren Mitarbeitenden – Pflegekräften, LKW-Fahrern, Umzugshelfern. Menschen, die ihren Rücken täglich bis ans Limit bringen. Und fast immer ist es dasselbe: Sie kommen zu spät.
Ich bin Maxima Mustermann – die Schmerzbändigerin. Ich helfe Menschen mit körperlich anspruchsvollen Berufen, schmerzfrei zu werden und zu bleiben.
Diese Woche suche ich den Kontakt zu Inhabern von Speditionsunternehmen, die ihre Mitarbeitenden gesund halten wollen, bevor der nächste Krankenschein auf dem Tisch liegt.
Maxima Mustermann – wenn der Rücken streikt, bin ich die Erste, die ihr anruft.“

4. Pitch für Fotografin
„2010. Schatten im Gesicht. Urlaubshintergrund.
So sah das LinkedIn-Foto meines Kunden aus. Und er fragte sich, warum ihn kein Headhunter kontaktierte. Sechs Wochen nach unserem Shooting hatte er drei Headhunter-Anfragen. Und heute arbeitet er in seinem Traumjob.
Ich bin Maxima Mustermann. Ich mache Business-Portraits, die noch vor dem ersten Gespräch Vertrauen erzeugen.
Vernetzt mich bitte mit Karrierecoaches, die Menschen in Veränderung begleiten.
Maxima Mustermann – Vertrauen beginnt mit dem ersten Blick.“

5. Pitch für Versicherungsmaklerin
„Die teuerste Versicherung ist die, die du erst im Schadenfall bemerkst.
Ich bin Maxima Mustermann von Musterfirma. Ich unterstütze Banken, Krankenhäuser und große Unternehmen dabei, Deckungslücken in ihrer Immobilienversicherung frühzeitig zu erkennen, bevor ein Brand, Wasserschaden oder Sturm zeigt, was tatsächlich im Vertrag steht.
Erst kürzlich habe ich bei der Prüfung eines Krankenhausstandorts festgestellt, dass wesentliche Gebäudeteile nicht ausreichend abgesichert waren. Genau solche Risiken identifizieren wir, bevor sie existenzielle Kosten verursachen.
Aktuell suche ich den direkten Kontakt zu Frau XY, die mehrere Krankenhausstandorte in Nordrhein-Westfalen verantwortet. Über eine persönliche Verbindung oder Empfehlung freue ich mich sehr.
Maxima Mustermann von Musterfirma.“
Wie entwickle ich verschiedene Pitch-Versionen, damit ich nicht langweile?
Ich habe dafür eine Matrix entwickelt, nennen wir sie den „BNI-Pitch-Mixer“. So funktioniert er:
- Zeile 1: Überlege dir, welches deiner Angebote du pitchen möchtest.
- Zeile 2: Lege fest, welche Gefühle dein Pitch wecken soll.
- Zeile 3: Frage dich, wodurch du diese Gefühle wecken möchtest.
- Zeile 4: Entscheide, wen du erreichen willst.
So sieht der Pitch-Mixer als 4x4-Matrix aus. Du kannst damit 16 verschiedene Pitches generieren und diese mit unterschiedlichen Inhalten füllen.
WAS Was will ich heute pitchen? | Produkt oder Dienstleistung | 1:1 Angebot | Gruppen-programm | Event / Workshop |
WIE Wie soll der Pitch klingen? | Bewegend | Lustig | Inspirierend | Schockierend |
WODURCH Wodurch wird diese Wirkung erzeugt? | Zitat / Filmszene / Song | Witz / Metapher | Geschichte / Erlebnis | Fakt / Statistik |
WEN Wen will ich erreichen? | „Stellen Sie mich Frau XY von Firma XY vor …“ | „Ich suche aktuell Gespräche mit …“ | „Empfehlen Sie mich Unternehmen, die gerade …“ | „Wer kennt Betriebe, die … Vernetzt mich gern.“ |
Wie du verschiedene Versionen testest und deinen Signatur-Pitch findest
Behandle deinen Pitch wie ein Produkt. Du testest verschiedene Versionen und schaust, was ankommt:
- Variiere den Einstieg: Frage vs. Aussage vs. Geschichte – was erzeugt mehr Reaktion?
- Variiere den CTA: Nenn mal eine Branche, mal einen Kundentyp, mal einen konkreten Namen. Was bringt mehr Empfehlungen?
- Beobachte Reaktionen: Wer nickt? Wer schaut weg? Wer spricht dich danach an?
- Frag direkt: „War heute klar, wen ich suche?“ ist eine der wertvollsten Fragen, die du nach dem Treffen stellen kannst.
- Tracke Empfehlungen: Welcher Pitch hat in welcher Woche wie viele Empfehlungen gebracht? Das ist dein echter KPI.
Ein Pitch ist nie fertig. Er entwickelt sich mit dir und deinem Business. Und während du deinen eigenen Pitch optimierst, vergiss nicht das Wichtigste: die Pitches der anderen.
Dieses Pitch-Portfolio bringt dir Empfehlungen
Im BNI hast du viele Möglichkeiten, Menschen aus anderen Chaptern kennenzulernen:
- Zu Gast sein in anderen Chaptern, auch weltweit
- Jährliche Summits mit Hunderten von BNI-Mitgliedern aus ganz Deutschland
- Chapterübergreifende Veranstaltungen
- Regionaler Besuchertag
TIPP: Finde Empfehlungspartner auch über BNI Connect
Über BNI Connect kannst du zusätzlich gezielt nach Mitgliedern aus anderen Chaptern suchen und 1:1-Gespräche anfragen.
Da du vielen unterschiedlichen Menschen begegnest, solltest du ein Pitch-Portfolio aufbauen.
Die Zielgruppen sind bewusst in drei Typen eingeteilt:
- Direktkunde – jemand, der selbst dein Kunde werden könnte
- Empfehlungspartner – jemand, der regelmäßig mit deiner Zielgruppe arbeitet
- Multiplikator – jemand mit großem Netzwerk, der viele auf einmal erreicht
Drei Zielgruppen, drei Pitches, eine Botschaft. Fang mit einer Kernbotschaft an – deinem Nutzenversprechen in einem Satz. Dann bau darauf drei Varianten auf: eine für Zuhörer:innen, die deine Kund:innen sein könnten, eine für solche, die deine Kund:innen kennen, und eine für solche, die Multiplikator:innen in deiner Branche sind.
Körpersprache, Stimme & das gewisse Extra
Beim BNI wirst du jede Woche von denselben Menschen gesehen. Die bemerken, ob du wächst oder ob du jede Woche das gleiche unbequeme Auftreten zeigst.
Wie dein Auftreten mehr sagt als deine Worte
Körpersprache ist kein Bonus. Sie ist die Hälfte deiner Botschaft:
- Aufrechte Haltung: Schultern zurück, Kopf hoch. Du sendest Kompetenz und Selbstvertrauen.
- Blickkontakt: Schau in die Runde, nicht auf deine Notizen. Wer Blicke hält, baut Verbindung auf.
- Offene Gesten: Verschränkte Arme signalisieren Abwehr. Offene Handflächen, ruhige Bewegungen wirken einladend.
- Lächeln: Nicht aufgesetzt, aber präsent.
TIPP: Pitche im Stehen
In den meisten Chaptern stehst du beim Pitchen. Das erhöht deine Präsenz und Sichtbarkeit.
Stimme als Werkzeug: Tempo, Pausen und Energie richtig einsetzen
Viele Menschen sprechen beim Pitchen zu schnell. Nervosität beschleunigt. Kompetenz verlangsamt.
- Tempo: Sprich langsamer als du denkst, dass du musst.
- Betonung: Hebe Schlüsselwörter hervor. „Diese Woche suche ich Immobilienmakler:innen". Das ist wirksamer als eine monotone Durchsage.
- Energie: Deine Stimme soll Begeisterung vermitteln. Wer gleichgültig klingt, erzeugt keine Empfehlungsenergie.
- Lautstärke: Sprich für die letzte Person im Raum.
- Pausen vor dem Call to Action: Kurz innehalten, bevor du sagst, wen du suchst. Das lenkt die Aufmerksamkeit. Pausen sind keine Fehler – sie sind Verstärker.
Und jetzt kommt etwas, das die wenigsten nutzen. Dabei kann es einen riesigen Unterschied machen.
So übst du deinen Pitch, bis er sitzt
Es reicht nicht, den geschriebenen Pitch nur im Kopf zu wiederholen. Auch nicht laut vor dem Spiegel. Der Grund ist, dass das menschliche Gehirn Erinnerungen und das Gelernte an Emotionen koppelt. Deshalb kannst du dann zwar wunderbar vor dem Spiegel pitchen, aber nicht vor einem Publikum. Es kann sogar dazu führen, dass du einen Blackout hast. Übe deshalb so realitätsnah wie möglich:
- Laut sprechen: Denken und Sprechen sind zwei verschiedene Dinge. Übung nur im Kopf zählt nicht.
- Zeitnehmen: Übe mit der Timerfunktion deines Handys.
- Wiederholen: Nicht einmal, nicht zweimal – zehnmal, zwanzigmal. Bis du weißt, dass du es kannst.
- Aufnehmen: Nimm dich mit dem Handy auf – Video, nicht nur Audio. Schau dir an, wie du wirkst.
- Vor echten Menschen üben: Partner:in, Freund:innen, auch Menschen, die nichts mit deiner Branche zu tun haben. Wenn sie verstehen, was du machst – perfekt.
TIPP: Sprich deinen Pitch frei
Du musst deinen Pitch nicht auswendig lernen. Es kommt nicht auf jedes einzelne Wort an, sondern auf Klarheit. Merke dir die Struktur und sprich ihn frei.

Vor dem großen Auftritt: So bereitest du dich vor
Wer denkt, er kann improvisieren und dabei überzeugend wirken, täuscht sich. Routine schlägt Talent.
Deine Visitenkarte als stiller Verkäufer – gestalte sie richtig
Deine Visitenkarte ist das Einzige, was nach dem Treffen von dir übrig bleibt. Sie muss arbeiten, wenn du nicht da bist. Und wer die Karte in der Hand hält, sollte sofort wissen, wen er empfehlen soll und für wen.
Hier sind 6 Tipps:
- Klarer Name und Funktion
- Ein freundliches und professionelles Foto.
- Ein Satz, der erklärt, was du tust – Statt „Geschäftsführer" lieber „Ich helfe Handwerksbetrieben, online Kund:innen zu gewinnen."
- Rückseite nutzen: Platz für einen Tipp, ein Mini-Angebot, eine Einladung.
- QR-Code: Direkt zu deiner Website, zur Produktseite oder deinem Kalender für Erstgespräche.
- Hochwertiges Material: Eine Karte, die sich gut anfühlt, wird nicht weggeworfen.
Wie du dich kleidest, um aufzufallen und in Erinnerung zu bleiben
Kleidung ist nonverbale Kommunikation und bei BNI spielt sie eine größere Rolle, als viele denken. Du möchtest professionell wirken, aber nicht austauschbar. Hier ist die Faustregel:
- Kleide dich so, wie du auch beim Kunden erscheinen würdest. Du bist Handwerker:in? Komm in sauberer Arbeitskleidung mit deinem Logo. Du bist Anwält:in? Komm im Businesslook.
- Ein markantes Detail hilft. Eine auffällige Krawatte, eine außergewöhnliche Brille, ein Markenzeichen. Etwas, woran die anderen sich erinnern.
- Vermeide zu casual. Jogginghose und T-Shirt senden die falsche Botschaft, auch wenn du selbstständig bist.
Dein Äußeres ist dein erstes Pitchelement, noch bevor du sprichst. Wer positiv auffällt, bleibt in Erinnerung – und wer in Erinnerung bleibt, wird eher empfohlen.
TIPP: Baue deine Markenelemente in deine Kleidung ein
Das kann eine große Brosche sein, ein Halstuch in deiner Brandfarbe oder ein anderes auffälliges Element. Ich trage eine blaue Weste und eine türkise Krawatte.
Nervosität besiegen: Was wirklich hilft
Erinnerst du dich noch, wie ich dir weiter oben vom Energieaustausch zwischen mir und den Zuhörenden am Anfang meines Pitches erzählt habe? Menschen fühlen, was du fühlst, und umgekehrt.
Nervosität ist normal. Sie zeigt, dass dir etwas wichtig ist. Aber unkontrollierte Nervosität sabotiert deinen Auftritt. Es könnte so verstanden werden, dass du das Publikum als Gefahr ansiehst und damit eine „Ihr-gegen-mich“-Haltung erzeugst.
Du kannst aber auch eine „Wir-zusammen“-Haltung transportieren, indem du zwar immer noch nervös wirkst, aber das Publikum anlächelst. So wirst du als aufgeregt wahrgenommen, als ob du es nicht erwarten kannst, endlich loszupitchen.
Was dir hilft, dich zu sammeln:
- Vorbereitung: Je öfter du geübt hast, desto weniger Raum hat die Nervosität.
- Den Fokus verschieben: Denk nicht daran, was du über dich sagst. Denk daran, wem du helfen willst.
- Reframing: Erinnere dich, dass du nicht vor Fremden sprichst, sondern vor Leuten, die dir helfen wollen.
- Körper aktivieren – kurz bewegen, Schultern kreisen, Gesicht lockern.
- Tief atmen vor dem Sprechen – drei Atemzüge, langsam, durch die Nase.
TIPP: Komm etwas früher und lerne so viele Leute wie möglich kennen
Dann sind sie für dein Gehirn keine gefährlichen Fremden mehr, sondern Verbündete. Das senkt deine Nervosität deutlich.

Zuhören als Superpower: Wie du die Pitches der anderen richtig nutzt
Nach dem Pitch ist vor der Empfehlung. Empfehlen ist eine Fähigkeit, die man lernt. Und wer gut empfiehlt, wird gut empfohlen. Hier siehst du, worauf du achten musst, um passende und zahlreiche Empfehlungen zu geben:
- Notiere die spezifische Empfehlungsbitte. Nicht „Mario macht Marketing" – sondern „Mario sucht E-Commerce-Shops mit mehr als 50.000 monatlichen Besucher:innen."
- Denke sofort an dein Netzwerk. Wen kennst du, der das sein könnte? Nenn den Namen im Kopf.
- Achte auf Muster. Wer sucht immer wieder dieselbe Zielgruppe? Das hilft dir, gezielt zu empfehlen.
- Hör auf das Problem, nicht nur die Lösung. Manchmal kennst du jemanden, der genau dieses Problem hat, ohne dass der Pitch-Inhalt dir bewusst gewesen ist.
- Mach dir Notizen – und zwar sofort. Nach dem Treffen erinnerst du dich an die Hälfte.
Der Pitch ist vorbei. Das Meeting geht zu Ende. Jetzt beginnt eigentlich der wichtigste Teil. Was du nach dem Treffen tust, entscheidet oft mehr über deine Empfehlungen als der Pitch selbst.
Was du nach dem Treffen tun solltest, damit aus Kontakten Empfehlungen werden
Hier ist ein bewährtes Framework Schritt für Schritt:
- Empfehlungen sofort weiterleiten: Hast du während des Meetings an jemanden gedacht? Schreib noch heute die Verbindung her.
- Follow-up innerhalb von 24 Stunden: Eine kurze Nachricht oder E-Mail an neue Kontakte.
- Danke sagen: Wer dir eine Empfehlung gegeben hat, verdient Wertschätzung und ein Update, wie es gelaufen ist.
- 1:1-Meetings anfragen: Geh aktiv auf Kolleg:innen zu, die du noch nicht gut kennst. Tiefes gegenseitiges Verständnis ist die Grundlage für echte Empfehlungen.
Und damit kommen wir zu einem Format, das noch mächtiger ist als der Wochenpitch.
Das 1:1-Gespräch: So präsentierst du dich in persönlichen Gesprächen mit Chapter-Kolleg:innen
Das 1:1 ist die Königsdisziplin im BNI. Hier entsteht das echte Vertrauen, das zu wirklich wertvollen Empfehlungen führt:
- Bereite dich vor: Was weißt du über die andere Person? Was könnte sie brauchen? Was brauchst du von ihr?
- Höre mehr zu als du redest: Stell Fragen, zeig echtes Interesse.
- Erkläre deinen idealen Kunden: Je konkreter, desto besser. Nicht „alle Unternehmen", sondern „inhabergeführte Kanzleien mit 5–20 Mitarbeiter:innen."
- Frag nach dem idealen Kunden der anderen Person: So kannst du gezielt empfehlen.
- Vereinbart konkrete nächste Schritte: Ein Follow-up, eine Verbindung, eine gemeinsame Aktion.
Ein gutes 1:1 ist wie ein Bewerbungsgespräch, nur dass beide Seiten gleichzeitig bewerben und einstellen. Und nach dem Treffen geht das Networking weiter – auch digital.

Verstärke deine Bekanntheit im BNI durch Social Media
LinkedIn, Instagram, Facebook – Social Media ist kein Ersatz für BNI, aber ein mächtiger Verstärker. Wer offline pitcht und online schweigt, verschenkt Sichtbarkeit.
Dabei gibt es eine BNI-Plattform https://bni.de/de/mitgliedfinden, auf der alle BNI-Mitglieder zu finden sind. Du kannst so interessante Personen finden und dich auf Social Media mit ihnen vernetzen und sogar Kontakt halten. Ihr könnt eure Beiträge gegenseitig durch Likes und Kommentare pushen. Oder euch sogar im eigenen Netzwerk vorstellen. Das ist eine Empfehlung an Kontakte und Zweitkontakte mit einer Reichweite von mehreren hundert bis tausend Views!
Sorge deshalb dafür, dass dein Profil auf der BNI-Plattform vollständig ausgefüllt ist.
Wie du Social-Media-Plattformen nutzt, um sichtbar zu bleiben und Empfehlungen zu fördern
Social Media verlängert deinen Pitch-Moment über das Treffen hinaus und macht dich für das Netzwerk der anderen sichtbar, nicht nur für das deine.
- Teile deinen Wochenimpuls: Was hast du diese Woche gelernt? Was war dein bestes Kundengespräch? Kurze, ehrliche Posts performen besser als Hochglanzwerbung.
- Erwähne dein Chapter: „Heute wieder bei meinem BNI-Treffen – und wieder ein Aha-Moment." Das zeigt Zugehörigkeit und weckt Neugier.
- Pitche in Videoform: Ein 30-sekündiges Video mit deinem Wochenpitch? Das ist Content, der direkt aus deiner Praxis kommt – authentisch und glaubwürdig.
- Nutze den Feature-Slot als Content: Hast du einen 10-Minuten-Slot gehabt? Teile die wichtigsten Erkenntnisse als Post oder kurzes Video.
TIPP: Empfehle BNI-ler auf deinem Social-Media-Kanal oder lade sie in deinen Podcast ein
Wer Chapter-Kolleg:innen auf z.B. LinkedIn empfiehlt, gibt und bekommt. Tagge die Person, damit sie den Beitrag liken, kommentieren und teilen kann. Der Algorithmus liebt es, und die anderen Mitglieder auch.
Zum Abschluss noch ein Gedanke, der vielen Mitgliedern fehlt.
Dein Chapter wachsen lassen und mehr Empfehlungen generieren
Ein Chapter mit 20 Mitgliedern hat eine andere Empfehlungskraft als eines mit 50. Mehr Mitglieder bedeuten mehr Branchen, mehr Netzwerke, mehr Möglichkeiten. Und wer aktiv zum Wachstum beiträgt, wird intern als Leader wahrgenommen – was Vertrauen und damit Empfehlungen fördert.
Wie du aktiv dazu beiträgst, dass dein Netzwerk stärker wird:
- Bring Gäste mit. Jede Person, die du einlädst und die Mitglied wird, stärkt dein Chapter.
- Empfehle das Chapter selbst. Wenn du von BNI begeistert bist, sag es.
- Übernimm Verantwortung. Leadership-Rollen innerhalb des Chapters geben dir Sichtbarkeit und Einfluss.
- Halte die Energie hoch. Wer gut gelaunt, aktiv und präsent ist, zieht andere an und beeinflusst die Atmosphäre des gesamten Chapters positiv.
- Feiere Empfehlungen öffentlich. Wenn du jemanden empfohlen hast und es funktioniert hat, teile das beim nächsten Treffen. Das motiviert alle.
BNI funktioniert wie ein lebendiges Ökosystem: Je gesünder das Ganze, desto reicher die Ernte für alle. Und du entscheidest jeden Tag, ob du nur passiv konsumierst oder dieses Netzwerk aktiv gestaltest.
Hier ist ein Pitch-Beispiel, wie eine Einladung ins Chapter aussehen kann:
Beispiel: Einen Gast ins BNI-Chapter einladen
„Ich finde deine Expertise wirklich klasse. Ich bin in einem Unternehmernetzwerk, dem BNI. Und bei uns im BNI-Chapter gibt es noch niemanden aus deiner Branche. Ich glaube, du würdest dort richtig gut ankommen.
Das Prinzip ist simpel: Wir treffen uns jeden Freitag zum Frühstück – eine feste Gruppe von Unternehmern aus verschiedenen Branchen, die sich aktiv gegenseitig weiterempfehlen.
Ich selbst gewinne dort jeden Monat 2–3 neue Kunden – ausschließlich durch Empfehlungen. Ich brauche keine Kaltakquise mehr.
Und der entscheidende Vorteil: Wenn du über eine Empfehlung zum Kunden kommst, bist du die erste Wahl – dank des Vertrauensvorsprungs.
Ich würde dich gern mal als Gast mitbringen – einfach reinschnuppern, völlig unverbindlich. Hättest du Lust? Wann passt dir ein Freitag?“

Vom Gast zum Mitglied – So führst du das Gespräch, das überzeugt
Wer einmal als Gast bei BNI war, hat das Potenzial gesehen. Aber zwischen „Das war interessant“ und „Ich bin dabei“ liegt genau ein Gespräch.
Um die Gäste im BNI kümmert sich die Chapterleitung oder die für Besucher zuständige Person. Der Fehler, den die meisten machen: Sie reden zu viel über BNI und zu wenig über die Person vor ihnen. Ein gutes Mitgliedergespräch ist kein aggressiver Verkaufspitch. Es ist ein ehrliches Gespräch über Wachstum, Vertrauen und die Frage, ob der Zeitpunkt gerade stimmt. Wer zuhört, bevor er überzeugt, gewinnt nicht nur ein neues Mitglied, sondern jemanden, der von Anfang an mit vollem Herzen dabei ist.
Hier ist der Unterschied zum wöchentlichen BNI-Pitch:
Wochenpitch | Mitglieder-Akquise-Pitch |
|---|---|
30–60 Sekunden | 10–20 Minuten Gespräch |
Monolog | Dialog |
Ziel: Empfehlung | Ziel: Entscheidung |
Alle im Chapter | Eine einzelne Person |
Feste Struktur | Flexibel, auf Person zugeschnitten |
Du siehst, dass es ein anderer Pitch-Typ als der klassische BNI-Wochenpitch ist. Hier geht es um einen Überzeugungsgespräch-Pitch, also ein persönliches Verkaufsgespräch mit einem klaren Ziel: den Gast zur Mitgliedschaft zu bewegen. Die Struktur folgt einer anderen Logik.
Die Struktur des Gesprächs Schritt für Schritt
- Persönlicher Anknüpfungspunkt: Beziehe dich direkt auf das Treffen, das der Gast bereits besucht hat. Was hat er erlebt? Was hat ihn beeindruckt? Du holst ihn dort ab, wo er emotional noch steht. „Wie hat dir das Treffen letzte Woche gefallen? Gab es jemanden, mit dem du gern mehr gesprochen hättest?“
- Seinen Eindruck abholen, bevor du redest: Lass den Gast zuerst sprechen. Was hat er wahrgenommen? Was hat ihn überrascht? „Was hat dich am meisten überrascht – positiv oder auch kritisch?“
- Seinen größten Wachstumswunsch herausfinden: Keine Mitgliedschaft ohne klaren persönlichen Nutzen. Finde heraus, wo der Schuh drückt. „Wie läuft deine Kundengewinnung gerade? Bist du zufrieden damit, oder würdest du dir wünschen, dass da mehr kommt?“
- Die Brücke bauen – sein Problem, deine Lösung: Jetzt verbindest du seinen Wunsch mit dem, was BNI konkret lösen kann. Nicht allgemein, sondern direkt auf ihn zugeschnitten. „Genau das, was du gerade beschreibst, ist der Grund, warum ich selbst Mitglied bin. Bei mir hat sich das innerhalb von [X Wochen/Monaten] verändert, weil ich aufgehört habe, allein nach Kunden zu suchen.“
- Das Exklusivitäts-Argument: Jetzt kommt der entscheidende Hebel – die Einzigartigkeit seines Platzes im Chapter. „Und was ich dir noch sagen will: Deine Branche ist bei uns noch nicht besetzt. Das bedeutet, alle 40 Mitglieder empfehlen ausschließlich dich – keinen Mitbewerber. Wir möchten diese Expertise gern in unserem Chapter haben. Dieser Platz ist gerade frei.“
- Konkreten nächsten Schritt vorschlagen – nicht fragen: Frage nicht: „Kannst du dir vorstellen beizutreten?“ Sondern eine konkrete Handlung, die den Einstieg so einfach wie möglich macht. „Ich würde vorschlagen, dass wir zusammen kurz auf die Mitgliedschaftsinfos schauen. Ich erkläre dir in zehn Minuten, wie das läuft, was es kostet und was du im ersten Jahr realistisch erwarten kannst. Dann kannst du entscheiden. Wann hast du kurz Zeit?“
- Einwände aufgreifen – nicht wegdrücken: Fast jeder Gast hat Bedenken. Die häufigsten:
- „Ist das nicht zu zeitaufwendig?“ → „Der Zeitaufwand ist fix – eine Stunde pro Woche. Was du dafür bekommst, ist ein Vertriebsteam von 40 Menschen.“
- „Was kostet das?“ → „Die Mitgliedschaft kostet [X] im Jahr. Mein erster Neukunde durch BNI hat das bereits gedeckt.“
- „Ich weiß nicht, ob das zu mir passt.“ → „Genau dafür gibt es das Gespräch. Lass uns gemeinsam schauen – ohne Druck.“
Fazit
Der BNI-Pitch ist kein einmaliges Ereignis. Er ist eine Fähigkeit, die du Woche für Woche schärfst. Wer die Struktur versteht, die Techniken übt und das Netzwerk aktiv pflegt, wird früher oder später merken, dass BNI nicht einfach ein Frühstückstreffen ist. Es ist eine der wirksamsten Formen des unternehmerischen Wachstums durch Empfehlungsmarketing, wenn man es richtig macht. Und jetzt weißt du, wie.
FAQ
Ein BNI-Pitch ist eine kurze Selbstvorstellung innerhalb eines BNI-Netzwerktreffens. Ziel ist es, anderen Mitgliedern klar zu erklären, welche Kunden du suchst und welche Empfehlungen für dein Business relevant sind.
Ein klassischer BNI-Pitch dauert meist 30 bis 60 Sekunden. Wichtig ist, dass du dein Angebot klar formulierst, konkrete Beispiele nennst und einen präzisen Empfehlungswunsch äußerst.
Ein guter BNI-Pitch besteht aus drei Elementen: einer klaren Zielgruppe, einem konkreten Problem und einer verständlichen Lösung. Besonders wichtig ist ein konkretes Beispiel, damit andere Mitglieder passende Empfehlungen geben können.
Zu lange Erklärungen, allgemeine Aussagen und fehlende Beispiele gehören zu den häufigsten Fehlern. Ein erfolgreicher BNI-Pitch ist kurz, verständlich und fokussiert auf den Nutzen für potenzielle Kunden.
Wer regelmäßig an Treffen teilnimmt, seinen Pitch konkret formuliert und aktiv Beziehungen aufbaut, erhält meist mehr Empfehlungen. Besonders wichtig ist, anderen Mitgliedern verständlich zu erklären, welche Kontakte ideal sind.
Ich wünsche dir viele Empfehlungen.
Und wenn du Unterstützung brauchst, schreib mir gern eine Nachricht.
Meine Kontaktdaten findest du unten im Footer.
Pitch deinen Traum ins Leben.
Kat


